Donnerstag, 23. Mai 2001

Pilger aus vielen Ländern treffen sich in Lourdes
- offizieller Wallfahrtsbeginn mit den deutschen Soldaten

 

Begrüßung durch das HMK 300

Abmarsch in die Stadt

Militärpfarrer P. Johannes Strobel OFM, Hammelburg

Warten auf den Gepäcktransport

Ankunft in Lourdes

Mit Sonderzügen aus Berlin, Dortmund, Regensburg und Rosenheim sind die deutschen Teilnehmer der 44. Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes angekommen. Unterwegs feierten die Pilger Gottesdienste in Aachen, Strasbourg, Mulhouse und Besançon. Diese Aufenthalte gaben erste Gelegenheit, sich auf die Tage in Lourdes einzustimmen. In jedem Zug standen Militärpfarrer zu Gesprächen und zur Feier der Versöhnung zur Verfügung.

Auf dem Bahnhof von Lourdes wurden die Pilger vom Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz, unter der Leitung von Oberstleutnant Thomas Klinkhammer, begrüßt. Auch der deutsche Pilgerleiter, Militärdekan Msgr. Georg Kestel, war mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Bahnsteig gekommen um die Ankommenden persönlich willkommen zu heißen.

Zum großen Bedauern, vor allem seitens der Lagerleitung, liegt Lourdes heute unter einer dichten Wolkendecke und in strömenden Regen. Die kurzen sonnigen Augenblicke um die Mittagsstunde konnten sich nicht durchsetzen. Die Temperaturen sind dementsprechend alles andere als einladen: lediglich 15°C sind am Nachmittag zu verzeichnen.

Mit einer Transportmaschine der Luftwaffe trafen auch zahlreiche kranke Soldaten und deren Angehörige auf dem Flughafen Tarbes bei Lourdes ein. Der Bundeswehr ist es ein besonderes Anliegen, auch den kranken Kameraden und den direkten Familienangehörigen von Soldaten eine Teilnahme an der Lourdeswallfahrt zu ermöglichen. Eine Unterbringung mit ärztlicher Betreuung garantiert eine optimale Versorgung der Teilnehmer. Vor Ort stellen sich stehts zahlreiche junge Soldaten zur Verfügung und begleiten ihre kranken Kameraden in Rollstühlen oder auf Tragen bei den Wallfahrtsfeierlichkeiten in der Stadt.

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Gottesdienst in St. Bernadette

Militärdekan Wolfgang Fey



Der deutsche Eröffnungsgottesdienst


Zu einem ersten gemeinsamen Gottesdienst aller deutschen Pilger fanden sich die Wallfahrer in der Kirche St. Bernadette ein, die auf der anderen Seite des Gave der Erscheinungsgrotte gegenüberliegt. Musikalisch wurde der Gottesdienst durch das Heeresmusikkorps 300 Koblenz begleitet. In seiner Predigt ging der Zelebrant, Militärdekan Msgr. Wolfgang Fey, Katholischer Standortpfarrer Bonn, auf das Wunder von Lourdes ein. Es gebe viele verschiedene Vorstellungen von dem, was man unter diesem Wunder verstehen könne. Aber nicht der Wallfahrtsort selbst, nicht die zahllosen Heilungen und die kranken Pilger in Lourdes sind die eigentliche Botschaft dieses Wallfahrtsortes. Vielmehr sei es die junge, unscheinbare Frau - Bernadette Soubirous - die von der Muttergottes gesagt bekommen hat, dass sie Adressat der Erlösung durch Gott sein soll. Diese Auszeichnung, die Bernadette erfahren hatte, gelte auch für uns - das sei die frohe Botschaft Jesu Christi. Und er ist auch die Quelle des Lebens für jeden einzelnen Pilger.

 



Im Blickpunkt - das Heeresmusikkorps 300 Koblenz


1956 in Idar-Oberstein aufgestellt, erfolgte 1957 die endgültige Verlegung nach Koblenz. Hier ist das Musikkorps noch heute stationiert. Seit dem 1. April 2002 untersteht das HMK 300 dem Heerestruppenkommando. Zu den Aufgaben des Musikkorps gehören: Konzerte in der Öffentlichkeit, Einsätze im Truppenzeremoniell bei Gelöbnissen, Kommandoübergaben, bei militärischen Ehrenerweisungen und Staatsempfängen. Serenaden und Aufführungen des Großen Zapfenstreiches, sowie Auftritte internationaler Art bei Musikfestivals gehören zu den Höhepunkten im Dienst des Heeresmusikkorps 300 Koblenz.

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Tageszusammenfassung

Strömender Regen begleitete die Soldaten zu Beginn der Wallfahrt. Die ersten Eindrücke beim Gang durch die Stadt und den "Heiligen Bezirk" entschädigten aber für diese Unannehmlichkeiten. Das Stadtbild ist geprägt von der bunten Vielfalt der Uniformen und dem "fast babylonischen Sprachengewirr". Viele der Teilnehmer führte der erste Weg an die Grotte, an der dem jungen Mädchen Bernadette Soubirous einst die Muttergottes erschienen war.

Großes Staunen rufen auch die unzählichen Souvenirläden und Andachtsartikel hervor, die an jeder Ecke angeboten werden. Zusammen mit den vielen tausend zivilen Pilgern, die jeden Tag nach Lourdes kommen, erfahren die Soldaten eine besondere Perspektive. Mag auch der eine oder andere Eindruck fremd oder abstoßend wirken, so eröffenen sich aber auch viele neue Sichtweisen des Glaubens und der Wallfahrtsfrömmigkeit.

Auch das ist ein Weg, Brücken zueinander zu bauen.